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Chastity Belt – I Used To Spend So Much Time Alone

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Wenn man sich im Vorfeld so weit aus dem Fenster lehnt und sagt: „Das ist die beste Chastity Belt Platte“, dann ist das schon einmal eine Ansage. Aber wenn man am Ende damit auch noch Recht hat, dann ist das ein verfluchter Glücksfall. Aber wie kommt CHASTITY BELT zu dieser Aussage? Wir versuchen es ein wenig aufzulösen.

Vor 4 Jahren kam das Debütalbum ‚No Regerts‘ heraus, die Platte ist unglaublich schrammelig, was wir lieben. Man merkt den Mädels aus Seattle ihre Liebe zur Musik an. Die Platte besteht nur aus Hits, von ‚Black Sail‘, ‚James Dean‘ („Oh boy, when I fuck you, you make me feel like a prostitute/ yeah, when you fuck me, I make you feel just like James Dean.“) bis zu ‚Giant Vagina‘.

2015 folgte dann die zweite Platte ‚Time To Go Home‘. Hier wird es nun droniger, wenn wir das mal so sagen dürfen. Schon weil der Opener ‚Drone‘ heisst. Aber auch weil die Songs ausgefeilter sind, als auf dem Vorgänger. Die Qualität des Songwritings ist nach wie vor herausragend. Julia Shapiro, Gretchen Grimm, Lydia Lund und Annie Truscott sind echte Partyraketen und entwickeln sich zu wahren Hitmaschinen. Aber neben all den Exzess- und Partyhymnen kann die Band auch ganz anders und zeigt mit ‚Lydia‘ ein anderes und nachdenkliches Gesicht. „And I can’t lie if I don’t know the truth / Just another night drunk and confused / What is real? / It’s what I feel / It’s real“.

Was soll nun also noch kommen. Genau, das dritte Album, ‚I Used to Spend So Much Time Alone‘, das beste Album der Band. Da haben wir es! Als wir vor einigen Wochen die erste Single ‚Different Now‘ war schon klar, das Ding wird groß und wird niemals nach hinten losgehen. Die Songs sind deutlich erwachsener und ausgewogener geworden, man könnte fast sagen, gesetzter. Manchmal müssen wir an das letzte Sonic Youth Album ‚The Eternal‘ und Kim Gordon denken. Uns fällt es schwer einen Song herauszunehmen, der heraussticht. Aber ‚What The Hell‘ ist ein absolutes Meisterwerk. So schön die Sweater der Mädels auch sind, ihre Songs und Gitarrenwände sind noch viel viel schöner.

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